Das Röntgenmobil der BG RCI
Warum mobile Lungenuntersuchungen?
Noch immer sind mehrere tausend Versicherte Quarzstaubexpositionen an ihren Arbeitsplätzen ausgesetzt sind und somit potentiell silikosegefährdet. Deshalb werden unter der Regie der BG jährlich Vorsorgeuntersuchungen nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 1.1 durchgeführt oder organisiert.
Auch bei den Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit spielt die Silikose aufgrund der langen Latenzzeiten nach wie vor eine große Rolle. und noch immer müssen jedes Jahr neue BK-Rentenfälle anerkannt und finanziell entschädigt werden.
Die Silikose nimmt bei den gesamten finanziellen Aufwendungen für die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten auch heute noch eine herausragende Bedeutung ein. Die Schlußfolgerung kann nur lauten: Die Prävention intensivieren und hierzu alle geeigneten Mittel einsetzen.

Das Röntgenmobil

Das Team aus Arbeitsmediziner,
Medizinisch-Technischer Röntgenassistentin (MTRA)
und Fahrer

Blutdruckmessung
Die Konzeption des Röntgenmobils
Nach wie vor bietet die Minimierung der durch die Untersuchungen bedingten Ausfallzeiten für die Unternehmen wirtschaftliche Vorteile und fördert insbesondere bei Klein- und Mittelbetrieben das Verständnis und die Akzeptanz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen.
Bei der Konzeption des gesamten Fahrzeuges und bei der Auswahl der notwendigen medizintechnischen Geräte (Lungenfunktionsuntersuchung, Röntgenuntersuchung des Brustkorbes, ärztliche Untersuchung des Versicherten) war es selbstverständlich, sich an dem neuesten Stand der Technik zu orientieren.
Die Überlegungen zur Gestaltung des Fahrzeuges waren geprägt von den physikalisch-technischen Vorgaben der gewählten Röntgenanlage, von der notwendigen Entflechtung der Untersuchungsabläufe und der damit verbundenen Forderung nach einer klaren räumlichen Gliederung der unterschiedlichen Untersuchungsbereiche, insbesondere der Schaffung eines separaten ärztlichen Arbeitsplatzes, um die nötige Ruhe für die Untersuchung und die erforderliche Diskretion im Gespräch zwischen Arzt und Versichertem zu garantieren. Trotz des begrenzten Raumangebotes sollte ein komfortabler und reibungsloser Untersuchungsablauf gewährleistet werden.
Diese Vorgaben ließen sich am besten durch den Bau eines großzügig dimensionierten Sattelaufliegers umsetzen, der durch einen hydraulisch ausfahrbaren Seitenauszug zusätzlich vergrößert werden kann. Der Innenbereich des Sattelaufliegers wurde wie folgt unterteilt:
- Aufnahme- und Warteraum
- Raum für die medizinischen Voruntersuchungen
- Röntgenraum
- Raum für die ärztliche Untersuchung
- Seitengang als Verkehrsweg.
- Aufnahme- und Warteraum
- Raum für medizinische Vorsorgeuntersuchungen
- Röntgenraum
- Raum für ärztliche Untersuchung
- Seitengang
Bei der Röntgentechnik steht die Minimierung der Strahlendosierung und die hohe Qualität der Röntgenaufnahmen im Vordergrund. Die eingebaute digitale Röntgenanlage erfüllt diese Anforderungen. Das Röntgenbild steht hierbei unmittelbar für eine effiziente Routinediagnostik zur Verfügung Die herkömmliche aufwendige chemische Röntgenfilmentwicklung entfällt.
Dem in der Mehrzahl der Vorsorgeuntersuchungen gesunden Versicherten kann der Befund in der Regel noch vor Ort mitgeteilt werden. Auf dieser Basis hat der Arzt die Möglichkeit einer allgemeinen Beratung und kann Hinweise zur richtigen Anwendung persönlicher Schutzausrüstungen geben.
Liegt ein kontrollbedürftiger Befund vor oder sind weiterführende ärztliche Untersuchungen erforderlich, wird der Versicherte über die Zusammenhänge aufgeklärt und zum weiteren Untersuchungsablauf informiert. Bei akut kontrollbedürftigen Lungenbefunden wird dem Patienten der ärztlichen Überweisungsbrief unmittelbar ausgehändigt, so daß ohne Zeitverlust die weitere Diagnostik und Therapie eingeleitet werden kann.
Datenerfassung, Dokumentation und Datenverwaltung erfolgen im Fahrzeug über Personalcomputer. Netzwerke verbinden die Rechner untereinander und mit der Röntgenanlage. Damit ist es möglich, den bei der Berufsgenossenschaft vorhandenen Bestand an Betriebs-, Versicherten- und Bilddaten vor Ort zum Vergleich zu nutzen, den Untersuchungsablauf zu beschleunigen und in Verbindung mit dem Einsatz neuer Software alle Möglichkeiten moderner Auswertung und Archivierung auszuschöpfen.

Prüfung der Lungenfunktion

Thorax-Röntgenaufnahme

Klinische Untersuchung